15. Oktober 2023 – Halde Haniel, Bottrop
Es war ein Tag, der sich ein bisschen wie ein Abschied anfühlte – aber einer von der guten Sorte. Nicht traurig, eher voller Dankbarkeit. Ein letztes Mal Ruhrgebiet, ein letztes Mal Wanderschuhe schnüren, und natürlich: ein letztes Mal Halde Haniel. Dieses Mal nicht allein, sondern mit Rocky – meinem besten Freund und treuen Weggefährten.
Oben auf der Halde wehte der Wind wie immer, rau, aber ehrlich. Die bunten Totempfähle standen still, genau wie sonst, aber alles fühlte sich anders an. Vielleicht weil ich wusste: Das hier ist der letzte Ruhrgebiets-Höhenblick für eine Weile. Unten die Städte, die Zechen, das vertraute Grau und Grün – all das, was man erst richtig bemerkt, wenn man kurz davor ist, es zu verlassen.
Der Kopf war schon halb beim Umzug: Kisten, Termine, Stress, Papierkram. Aber der Moment hier oben gehörte nicht dem „Muss“, sondern dem „War schön“. Rocky stand neben mir, Blick in die Ferne, als würde er auch noch einmal alles abspeichern. Zwei Freunde, ein Stück Ruhrpott, ein letzter gemeinsamer Weg – zumindest in dieser Gegend.
Ende November geht’s weiter, ins Siegerland – neue Wege, neue Höhen, neue Wanderungen. Die Halden bleiben zurück, aber die Erinnerungen reisen mit.
Und vielleicht ist das der schönste Gedanke:
Man geht nie wirklich weg. Man trägt nur einen neuen Rucksack – mit dem, was war, und Platz für das, was kommt.
Letzte Wanderung im Ruhrgebiet. Haniel-Halde. Ein Kapitel endet – das nächste wartet schon.

