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Diskriminierung

Ich musste das einfach loswerden!
Ich lebe mit einer Hör- und Sehbehinderung sowie mit Diabetes Typ 1. Diese Dinge gehören zu meinem Leben – doch für viele Menschen scheinen sie ein Anlass zu sein, mich abzuwerten oder zu beleidigen.
Ich habe Diskriminierung in ganz alltäglichen Situationen erlebt. Beim Wandern mit meinem Blindenstock wurde mir gesagt, Wandern sei nichts für behinderte Menschen, ich sei dumm oder gehöre nicht hierher. Solche Aussagen verletzen mich tief, weil sie mir absprechen, selbstständig, aktiv und fähig zu sein.
Besonders schockierend war es, als mein Insulin als „Droge“ bezeichnet wurde. Dieses Insulin hält mich am Leben. Es ist kein Missbrauch, sondern medizinische Notwendigkeit. Wenn Menschen das nicht verstehen oder mich dafür verurteilen, fühle ich mich entmenschlicht.
Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen werde ich häufig beleidigt oder respektlos behandelt. Was für andere normale Wege sind, wird für mich oft zu einer Belastung. Ich gehe dann nicht einfach nur einkaufen oder fahre Bus – ich muss mich innerlich darauf vorbereiten, angegriffen zu werden.
Diese Erfahrungen machen etwas mit mir. Sie machen müde, traurig und manchmal wütend. Trotzdem bin ich hier. Ich gehe weiter meinen Weg. Ich bin nicht weniger wert, nicht weniger klug und nicht weniger menschlich.
Ich wünsche mir Respekt, Aufklärung und Menschlichkeit. Ich möchte nicht bemitleidet werden – ich möchte ernst genommen werden.