Zurück – und doch nicht ganz angekommen
Fast drei Jahre sind wir nun schon wieder hier – zurück in der alten Heimat. Und trotzdem fühlt es sich noch immer irgendwie fremd an.
So vieles ist vertraut: die Straßen, die Orte, die kleinen Ecken voller Erinnerungen. Und gleichzeitig ist doch alles anders. Vielleicht, weil nicht nur die Umgebung sich verändert hat – sondern auch wir selbst.
Viele von früher sind noch hier. Gesichter, die ich sofort erkenne. Menschen, mit denen ich einmal so viel geteilt habe: gemeinsame Zeiten, Erlebnisse, vielleicht sogar ein Stück Lebensgefühl. Und doch ist da heute oft nur noch Distanz. Kein Streit, kein Bruch – eher ein leises Auseinanderdriften.
Natürlich hat jeder sein eigenes Leben. Familie, Arbeit, Verpflichtungen. Das ist bei mir nicht anders. Und vielleicht ist genau das der Grund. Oder zumindest ein Teil davon.
Aber manchmal frage ich mich schon:
Wäre es wirklich so schwer, sich hin und wieder zu melden? Ein kurzes „Wie geht’s dir?“ Eine kleine Nachricht. Vielleicht ein spontanes Treffen auf einen Kaffee. Nicht, um die Vergangenheit zurückzuholen – sondern um sie nicht komplett verblassen zu lassen.
Seit meiner Schulzeit – ich wurde 1999 entlassen – sind viele Kontakte schon früh verloren gegangen. Und auch nach der Ausbildung, die 2003 endete, ist es mit den damaligen Kollegen ähnlich gewesen. Kaum noch Berührungspunkte, kaum Austausch.
Manchmal frage ich mich dann:
Was ist eigentlich passiert? Haben wir uns wirklich so sehr verändert – oder einfach nur aufgehört, uns umeinander zu bemühen?
Und ganz ehrlich – manchmal kommt auch ein anderer Gedanke hoch.
Vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich meine eigene Geschichte mitbringe. Dass ich eine zusätzliche Behinderung habe und manche Menschen damit nicht umgehen können – oder vielleicht auch nicht wollen. Wer weiß das schon?
Es ist kein schöner Gedanke. Aber er ist da. Leise, irgendwo im Hintergrund. Und ich glaube, viele würden ihn nicht aussprechen – aber fühlen vielleicht ähnlich.
Vielleicht ist es einfach das Leben. Wege, die sich trennen. Prioritäten, die sich verschieben. Menschen, die sich entwickeln – manchmal in unterschiedliche Richtungen.
Und vielleicht ist das auch völlig normal.
Trotzdem bleibt da dieses Gefühl.
Eine Mischung aus Nostalgie, leiser Enttäuschung und der Frage, ob es nicht doch anders gehen könnte.
Naja… vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja irgendwann wieder 🙂
Und vielleicht auch nicht.
Aber die Erinnerungen – die bleiben.
